PYBORG CORP - THE MECHANICAL RENAISSANCE

Das exotischste an dieser Band ist zweifelsohne, dass sie aus Kolumbien kommt. Cyber-Electro ist eher eine amerikanisch-europäische Domäne. Aber sie können es durchaus auch sehr gut. Im Gegensatz zu den musikalischen Kollegen ist das Trio aber weitaus melodischer. Auch wenn das stampfige „Lullaby“ als Intro es zunächst gar nicht vermuten lässt, wird gleich bei „Technocracy“, ein anderes Bild vermittelt. Die Melodien sind realtiv ausgefuchst, und auch innerhalb des Stückes kommen interessante Tempiwechsel vor, sodass dieser Song von Anfang bis Ende begeistert. Die anderen Stücke hängen da etwas nach, zeigen aber dennoch, dass es Psyborg Corp. darum geht, gute Melodien zu kreieren. Auch die Wahl der Sounds bietet im Rahmen dieses Genre ein beachtliches Maß an Vielschichtigkeit. Man höre sich beispielsweise „Interdimensional Hyperdrive“ an, das mit eher breiten Flächen arbeitet und tranciger daherkommt. Apropos „Hyperdrive“: In puncto Geschwindigkeit stellt „Starbeam Antartica“ den albuminternen Rekord. Da fliegen einem nur so die Beats um die Ohren, dass man wirklich das Gefühl hat, mit Warpgeschwindigkeit durch den Weltraum zu düsen. Zwar geht dem Album auf Dauer ein wenig die Luft aus und kann gegen Ende nicht mehr so richtig überzeugen, dennoch gehört „The Mechanical Renaissance“ zu den interessanteren CDs im sonst so mit unsäglicher Oberflächlichkeit gestraften Cyber-EBM-Genre.

(verfasst von Nuuc)



Homepage: Psyborg Corp

Wertung: 4,5 von 6
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