|
ONIRIC
- CABARET SYNDROME
|
|
Schwankend im Dreivierteltakt, eine Träne im Knopfloch, vielleicht das Verlangen nach Absinth oder ähnlich berauschenden Getränken, das müssen wohl die Anzeichen eines „Cabaret Syndrome“ sein. Oniric aus Italien huldigen auf ihrem ersten Album den melancholischen Schunkellieder. Während Carlo de Filippo seinen Tasteninstrumenten verträumt-traurige Melodien entlockt, stimmt Gianvigo mit seinem exaltierten Gesang mit ein und verleiht den Komposition noch etwas mehr Morbidität. Unterstützt wird er dabei von Simona Giusti, die ihre Stimme zwar im Hintergrund, doch stets markant einsetzt. So sind solche Stücke wie „Un Gris Bond“ oder auch „Blessing“ mitreißend einserseits, und laden andererseits auch zum Träumen ein. Weiteres Merkmal ist der Einsatz des Akkordeons, was dem ganzen ein bisschen Kneipenatmosphäre verleiht. Zwar können ab der Hälfte der CD die Stücke nicht mehr so zünden wie noch zu Beginn, dennoch bieten die Songs immer noch so viel Qualität, sodass sie nicht zu bloßen Lückenfüllern verkommen. Mit „Last Temptation Rescue“ als Schlusspunkt von „Cabaret Syndrome“ werfen Oniric noch mal alles in die Wagschale: Ein völlig in sich ruhende Pianolinie, begleitet von Gitarre, Akkordeon und Trommeln, mehr braucht es nicht, um andächtig zu lauschen. Gerade in den Herbsttagen ist diese Platte eine wunderbare musikalische Untermalung. (verfasst von Nuuc) |