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WAVES UNDER WATER "SERPENTS AND THE TREE" + OBSCENITY TRIAL "SOULSTRIP"
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Es ist mal wieder Zeit für ein Doppel Tipp bei Elektrauma. Für den Herbst könnt ihr aussuchen zwischen tanzbar-treibend oder verträumt-melancholisch. Für den treibenden Sound sorgen Waves Under Water mit ihrem Album „Serpents And The Tree“. Der Name ist schon ein bisschen Programm, denn Waves Under Water sind eine typische Synthie-Pop-Band aus Schweden, haben also schon diese fließenden Melodien für sich gepachtet. Für das Projekt zählt in erster Linie eine ohrumschmeichelnde Struktur der Songs. Das schaffen sie auch, allerdings sind sie nun auch nicht ganz so Synthie, wie man es vielleicht von anderen Bands wie Universal Poplab oder dergleichen her kennt. Da ist zum einen der Umstand, dass es hier kein Mann, sondern eine Frau mal zur Abwechslung es wieder ans Mikro geschafft hat. Angelica kann mit ihrem angenehmen, leicht opernhaften Timbre glänzen, das sich gut in die Kompositionen einfügt und weit entfernt an Tarja, der Ex-Sängerin von Nightwish, erinnert. Apropos Komposition, denn da sind Waves Under Water durchaus etwas eigen. Zwar sind ihre Stücke poppig, allerdings ist auch eine gehörige Portion Wave herauszuhören. Man mag sich beispielsweise „Because She Is immortal“ anhören, der allein durch den Titel schon für sich spricht. Synthetische Orgelklänge werden von druckvollen Gitarren unterstützt. Damit rückt das Projekt sogar in die Nähe des New Waves. Irgendwie ist die Band also nicht ganz zu kategorisieren. Und das ist auch ihr Vorteil. Waves Under Water hat keine Grenzen in ihren Stücken, sondern bleibt sich gemäß dem Motto „Anything goes“ treu. Ein großartiges Debut! http://www.myspace.com/wavesunderwater Keine Grenzen gibt es auch für Oliver Wand, dem kreativen Kopf von Obscenity Trial. Für die Vorabsingle „Übers Wasser Geh’n“ hat sich der Musiker mit keinem geringeren als Tino Oac, seines Zeichens Mitglied bei den Söhnen Mannheims zusammen getan. Das Ergebnis war ein sehr ruhiger und nachdenklicher Song. Und gleichzeitig ist dieses Lied auch ein guter Hinweis dafür, dass „Soulstrip“ sich nicht an die Tanzflächen der Republik anbiedern will, sondern sich sehr klar und deutlich auf die Innensicht des Protagonisten verlegt hat, eben ein „Soulstrip“. Schon der Opener „Seven Seas“ ist mit einer solch wuchtigen Atmosphäre versetzt, dass einem schier der Atem wegbleibt. Schon hier wird die epische Breite sichtbar, mit der Oliver sein neues Werk versetzt hat. Natürlich ist der aktuelle Longplayer kein reiner kontemplativer Moment. Dafür gibt es zu viele Stücke, die immer noch zünden. Da ist beispielsweise „Inside“, das mit seiner markanten Basslinie einfach sofort im Ohr hängen bleibt und auch „Yet Another Boring Day“ besitzt die nötige Portion Aggressivität, um im Club zu funktionieren. Aber es sind eben doch die ruhigen Stücke, die den bleibendsten Eindruck hinterlassen. Und da muss vor allem das abschließende „What’s Driving You On“ angeführt werden, das zu den schönsten Kompositionen gehört, die Oliver gezaubert hat. Insgesamt stehen also wieder alle Zeichen auf Sturm bei „Soulstrip“. Ein grandioses Album mit einer tollen Atmosphäre! http://www.myspace.com/obscenitytrial (verfasst von Nuuc) |
"CD des Monats" Oktober 2009 Wertung: 6 von 6 |