GOD'S BOW - FOLLOW

Das polnische Projekt hat in Deutschland sich sicherlich schon eine kleine, aber solide Fangemeinde erspielt. Das mag vor allem daran liegen, dass ihre Musik eine interessante und eigenwillige Mischung aus sehr ruhigen, meditativen Klängen, Ambientelementen und Folk Anleihen mit einer Prise orientalischer Mystik und mittelalterlichem Flair ist. Das liest sich anfangs vielleicht sehr verkopft und wirr, ist aber in der Praxis sehr durchdacht und intuitiv gehalten. Nach 2001 kommt nun endlich der zweite Longplayer heraus, bei dem noch weniger dem Zufall überlassen wurde. Als Gastmusiker konnten Mastermind Key P und Sängerin Agnieszka Kornet keine geringeren als B Deutung (deine Lakaien) und Roman Rütten (Endraum) für ihr neuestes Werk ins Boot holen. Das macht sich natürlich auch bei den Songs bemerkbar. „Follow“ beginnt sehr ruhig mit dezenten orientalischen Klängen und breiten Synthieflächen, die Stimme von Agnieszka ist wieder einmal bezaubernd, dezent, unaufdringlich und dennoch einprägsam und hypnotisierend. Meistens sind die Stücke eher für den ruhigen Abend bei einem Glas Wein, gerade jetzt zur stürmischen und dunklen Herbstzeit. Selten wird es mal bei „Follow“ etwas schneller „Helpline“ und vielleicht noch „This Perfect Time“ mögen ein wenig elektronischer ausfallen. Richtig schön ist vor allem das schwebende „Mosaic“ und der Titelsong selber. Zum Album gibt es auch noch eine Bonus CD. Und die hat es wirklich in sich. Szenegrößen wie Controlled Collapse zusammen mit Psyche, Final Selection, Wumpscut, Frozen Autumn und Endraum haben sich an die Stücke „Helpline“ und „This Perfect Time“ rangewagt. Und das mit bisweilen interessanten Ergebnissen. Einerseits wollte man vermeiden, aus den Stücken das mystische Moment rauszufiltern, andererseits versuchte man, dem Ganzen etwas mehr Schwung zu verleihen, so dass God’s Bow auch in den Clubs Einzug hält. Das ist mit den ganzen Versionen durchaus möglich, denn da ist bestimmt ein Remix dabei, der einen DJ gefallen wird. God’s Bow“ haben in den sechs Jahren, in denen sie das Album produziert haben, viel dazu gelernt. Gut Ding will eben Weile haben.

(verfasst von Nuuc)



Homepage: God's Bow

Wertung: 5,5 von 6
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