Reaper

Hallo Vasi! Wie geht’s? In ein paar Tagen ist es soweit, denn dann erscheint die „Angst“ EP von deinem neuen Projekt Reaper. Wie kam es zu dazu etwas neues ins Leben zu rufen?

Vasi: „Reaper“ wollte ich eigentlich neben NNB als kleine Abwechslung und Experimentierwiese nutzen. Es sollte eigentlich nie ein Ersatz für NamNamBulu werden. Die Hauptmotivation war Spass und dies vor allem im Clubeinsatz. Ich hatte einige, härtere NNB Tracks geschrieben, hatte aber Mühe, gute Vocals dazu zu komponieren weil Henriks Stimme doch sehr soft war.

Reaper kann in verschiedener Art und Weise interpretiert werden. Was bedeutet der Bandname für dich?

Vasi: Reaper steht ja für „Sensemann“ oder stellvertretend für „Tod“. Die Thematik bei Reaper ist eher düster: Dämonen, Horror, Tod aber auch Religion, Krieg und Mystik bilden in Zukunft das Fundament in Form von Sampels oder Lyrics. Ich habe schon relativ früh das Logo, eine Mischung aus Totenkopf und Wolfskopf kreiert. Torben und ich haben lange nach einem passendne Namen gesucht und Reaper war zwar der einfachste aber doch der passendste Name.

Für Leute die bisher noch kein Stück von deinem Material hören konnten, wie würdest du Reaper musikalisch beschreiben?

Vasi: Durchwegs Tanzbarer, melodiöser Elektro mit Industrial Elementen und Samples aus den Bereichen Horror, Hörspiele sowie Kirchenchören aller Religionen.

Wenn man den Videotext aufschlägt dann entdeckt man deine Band schon in den DAC kurz nach dem Bemustern der DJs! Hast du mit einem so schnellen positiven Feedback der Clubs gerechnet und welche Songs kommen bisher am besten an?

Vasi: Ich habe es gehofft, aber dies einfach zu erwarten wäre sehr verwegen. Ich bin natürlich sehr froh, dass die Debut EP bereits auf grosses Interesse bei den DJ’s stösst und es ist ein zusätzlicher Motivationsschub für die Produktion des Reaper Albums. Der Song der am meisten gespielt wird ist eindeutig „Jagd“ gefolgt von „Angst“. Seit letztem Wochenende ist Reaper auf Platz 10!

Vor Kurzem habt ihr die Auflösung eurer Band NamNamBulu bekannt gegeben. War dies schon länger abzusehen? Wie war diese Zeit der Trennung für dich?

Vasi: Abzusehen nicht unbedingt. Es gab unterschiedliche Auffassungen in vielen Bereichen aber die Vorschläge diese anzugleichen waren meinerseits da. Die Zeit der Trennung war kurz sehr traurig aber ich bin niemand der den Kopf hängen lässt, dazu liegt mir zu viel an meinen Visionen und Zielen die ich erreichen will. Es war traurig und schade, vor allem für viele Fans – aber es gibt schlimmeres diese Tage...man muss sich nur umsehen.

Hast du mit Henrik überhaupt noch Kontakt? Die Art der Bekanntgabe scheint nicht so wirklich mit dir abgestimmt worden zu sein?

Vasi: Nein, ich habe keinen Kontakt mehr und das ist auch o.k so. Die Bekanntgabe war keineswegs abgesprochen, weder mit mir noch mit dem Label noch mit der Booking Agentur. Henrik hatte nunmal damals bei Bandgründung die Domain reserviert, da er die Homepage gemacht hat, und konnte damit eigenmächtig die Trennung bekanntgeben. Nicht die feine Art.

NamNamBulu wird es als Namen nicht mehr geben, aber dennoch wird die Band weitergeführt unter dem Namen Frozen Plasma. Vielen ist die Band schon durch den Samplerbeitrag für Infacted Vol.1 bekannt. Was wird die Hörer erwarten und wer wird Henriks Part, den Gesang, künftig übernehmen?

Vasi: Der Samplerbeitrag ist nicht repräsentativ für den Zukünftigen Sound von Frozen Plasma. Wer der neue Sänger ist kann ich leider noch nicht sagen, aber mit ihm habe ich stimmlich viel mehr Möglichkeiten als mit Henrik und kann so die Songs variieren. Henriks Stimme war ohne Zweifel sehr gut und auch einzigartig aber ich musste die Vocal Parts doch immer sehr ähnlich komponieren was auf Dauer etwas eintönig und langweilig wurde. Musikalisch wird man sicherlich einige NNB Elemente erkennen aber es wird sicher keine Kopie. Ich habe mich in den letzten 2 Jahren musikalisch weiterentwickelt und das wird man auf dem Frozen Plasma Album hören. Es wird weiterhin sehr tanzbar bleiben, soviel ist klar.

In wieweit wird sich Reaper und Frozen Plasma ähneln und worin liegen die Hauptunterschiede? Wird man aus beiden Bands den für dich typischen Stil raushören?

Vasi: Der eine oder andere wird sicherlich Elemente wiedererkennen aber die zwei Projekte werden doch sehr unterschiedlich sein. Reaper wird noch um einiges härter als auf der Debut EP. Frozen Plasma wird kraftvoller, tanzbarer Synthpop mit einer grossen musikalischen Bandbreite. Bei Reaper kann ich von den Arrangements her voll auf die Tanzfläche zielen und ich muss mir vor allem keine eingängigen Vocalparts einfallen lassen. J Bei Frozen Plasma kann ich dafür viel eher „echtes“ Songwriting im ursprünglichen Sinn ausleben. Ich brauche diese Abwechslung für meine Kreativität, deshalb arbeite ich meistens parallel an mehreren Produktionen.

Bereits vor der Veröffentlichung der EP und des Albums sind die Anfragen nach einem Reaper Remix enorm. Du arbeitest bereits an Interpretationen für Suicide Commando und Painbastard. Zielen deine Mixes auf die Clubs und bieten den Leuten wieder Tanzfutter? Worin besteht der Unterschied zwischen einem NNB und einem Reaper Remix?

Vasi: Suicide Commando und Painbastard sind bereits abgeliefert. Im Moment arbeite ich an einem God Module Remix den ich nach dem Mera Luna abgeben muss. Die Mixe werden hauptsächlich Clublastig sein, das hängt schon mit den Bands zusammen die die Originale geliefert haben :)

Auf deiner Webseite fällt immer wieder der Name Somsferatum. Auch die Titel der EP bringen mit Angst, Totengräber und Dämon etwas sehr mystisches mit sich. Welche Thematik liegt Reaper zu Grunde?

Vasi: Ich habe eine kleine Phantasy Geschichte geschrieben. „Hauptdarsteller“ ist SomSferatum ein Dämon. Die Story wird vor allem optisch in Form von Bildern und Videos aber auch Requisiten für die zukünftige Bühnenshow. Einen Auszug von SomSferatum’s Geschichte werde ich in den nächsten Wochen auf meiner Homepage publizieren und vor allem das Album wird die Story in Form von Lyrics und Samples zitieren.

Im Herbst soll bereits das Album erscheinen von Reaper. Was wird uns geboten? Wird es vom Sound her so ähnlich klingen wie die EP oder wird der Longplayer noch einige Überraschungen parat haben?

Vasi: Auf dem Album wird es mehrere Vocal Tracks geben. Die EP sollte einen kleinen Überblick über die musikalische Bandbreite geben. Das Album wird alle Facetten von Reaper aufzeigen: Vocal Tracks, reine Instrumental Tracks, Hörspiel Elemente mit einem gemeinsamen Nenner: Die Musik soll trotz der düsteren Thematik Spass machen und dies vor allem auf der Tanzfläche.

Wird es Reaper auch live zu sehen geben? Was hast du dir schon für Ideen ausgemalt was die Liveumsetzung angeht?

Vasi: Die Liveumsetzung wird sehr stark visuell unterstützt sein. Das war schon bei den späteren NNB Shows so. Ich arbeite mit den gleichen Leuten, Cybernuth und M.Gottenbusch zusammen die absolut phantastische Arbeit leisten. Es werden visuelle Effekte in Form von Videos, Bildern und wie erwähnt auch Requisiten zu sehen sein und einige weitere interessante Dinge...

Apropos live – du warst mit VNV Nation zusammen auf Tour und da als Keyboarder dabei. Welche Erfahrungen konntest du sammeln und wie empfandest du diese Zeit?

Vasi: Ich habe die Zeit wahnsinnig genossen. Und es ist ja noch nicht vorüber. Nach dem Mera Luna werden wir noch eine Südeuropa Tour durch Portugal, Spanien, Italien und Griechenland spielen sowie eine England/Schottland Tour im November. Die Tour war für mich sehr eindrücklich. Vor 3 Jahren war ich erstmals in Zürich bei einem VNV Konzert, damals gabs noch keine offiziellen NNB Releases. Ich war total fasziniert und habe danach weitere Konzerte besucht. Nur relativ kurze Zeit später mit meiner Lieblingsband auf der Bühne zu stehen war manchmal etwas surreal. Es war natürlich für mich auch interessant hinter die Kulissen einer so grossen Tour schauen zu dürfen. Es war sehr Lehrreich und ich werde einiges an Erfahrungen für meine zukünftigen Projekte mitnehmen.

Wie kann man sich einen „normalen“ Tag des Vasi’s vorstellen? Du scheinst ja ein unermüdlicher Soundtüftler zu sein, aus dem die Kreativität nur so raussprudelt?

Vasi: Also, ich bin ein „wenigschläfer“. Ich versuche einen „normalen“ Tagesablauf zu gestalten. Das heisst, ich gehe wie jeder andere morgens „zur Arbeit“. So ab 8 Uhr bin ich im Studio. Wenn ich grad keine Songideen habe, beantworte ich Emails, arbeite an der Homepage oder schraube an neuen Sounds usw. Daneben erledige ich ab und zu Mastering Aufträge und natürlich Remixe. Danach mache ich wie jeder andere Feierabend...so gegen 6 um so ab 11 die Nachtschicht zu beginnen :) Nachts bin ich am kreativsten. Du siehst, es klingt sehr strukturiert und das ist so gewollt. Ich dachte früher immer, es würde einfach toll sein, keinen Chef zu haben der einem sagt wann man erscheinen soll und wann man wieder gehen darf, aber das ist gefährlich. Ausserdem ist zuviel Ruhe und Schlaf reiner Kommerz!!!! :)

Neben deinen ganzen Projekten hast du mit Magmormusic auch eine Plattform für das Mastering und das Produzieren von Bands geschaffen. Wie sieht die Gegenwart musikalisch bei dir aus und was wird die Zukunft bringen bzw. welche Ziele verfolgst du?

Vasi: Im Moment konzentriere ich mich vor allem auf meine eigenen Bands. Ich arbeite grad an der Frozen Plasma Debut Single und am Album sowie am Reaper Album, damit hab ich erstmal genug zu tun. Parallel arbeite ich jedoch noch an Fremdproduktionen und Remixen weil ich das einfach brauche. Meine Kreativität steigert sich wenn ich zwischen Songs, Projekten und Remixen switchen kann innerhalb weniger Stunden.

Vielen Dank fürs Zeit nehmen und das sehr interessante Interview! Viel Erfolg mit deinem neuen Projekt Reaper und dem NamNamBulu-Nachfolger Frozen Plasma! Die letzten Worte gehören dir...

Vasi: WHS!!!!!



Homepage Band: Reaper
Homepage Label: Infacted Recordings

(Interview geführt von Andi)

Reaper