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Hallo, wie geht es euch, nachdem ihr das neue Album fertiggestellt habt?
Rouven: Gut. Es ist immer sehr spannend ein neues Album zu veröffentlichen, wir konnten es kaum erwarten der Welt unsere neuen Songs vorzustellen. Euer neuestes Werk trägt den Namen "Addicted To The Masses". Werdet ihr jetzt bald Popstars? :) Rouven: Das will ich doch hoffen :) Es ist schon ironisch, denn unsere Musik ist ja auch im Laufe der Jahre immer massenkompatibler geworden und im Zusammenhang mit dem Albumtitel könnte man schnell schlussfolgern, dass wir uns die Eroberung der Bravo auf die Fahnen geschrieben haben. Wenn man sich aber das Titelstück „Addicted to the Masses“ einmal genauer anhört, wird man erkennen, dass wir gerade mit denen hart ins Gericht gehen, die alles dafür tun, nur um im Rampenlicht zu stehen. Der neue Sound auf diesem Album ist sehr markant, zumal er wesentlich eingängiger und poppiger klingt. Habt ihr da nicht Angst, dass einige Fans abspringen könnten, weil ihr zu "kommerziell" werdet? Marc: Na ja, allen kann man es natürlich nicht recht machen. Aber wer „Eternalizer“ mochte, der wird sich sicher auch an „Addicted to the Masses“ erfreuen, zumal wir auch mehr für die Tanzfläche bieten, ohne qualitativ schlechteres Liedgut als auf „Eternalizer“ abzuliefern. Im Gegenteil, wir sind tanzbarer und kompositorisch ausgereifter als je zuvor. Es ist ohnehin die Frage, wann man „zu“ kommerziell wird. Ist das der Fall, wenn man zu viele CDs verkauft ? Ist es so, wenn die Lieder neben Wolfsheim im Radio laufen können ? Oder wenn die Lieder nicht von Tod und Verderben handeln, sondern positive Gefühle transportieren ? Ich denke, diese ganze künstliche Panik vor dem bösen „Kommerziellen“ ist furchtbar albern. Wie waren bislang die Reaktionen der Leute, denen ihr eure neue CD vorgespielt habt? Wie seit ihr mit dem Endergebnis zufrieden? Marc: Das Endergebnis hat uns absolut zufrieden gestellt. Im Nachhinein fällt einem ja immer noch irgendwas auf, wo man der Meinung ist, dass man das hätte besser machen können – aber das sind dann solche Details, die den Hörer nicht tangieren. Die Reaktionen waren zu 85% sehr positiv und zu 15% zögerlich bis irritiert. Das ist für ein derart poppiges Album im Electro-Sektor eine extrem gute Quote. Welche Themen werden in euren Songs generell behandelt? Gibt es Stücke, die stark autobiographisch geprägt sind? Rouven: Unsere Texte sind zum größten Teil autobiographisch. Wir beschäftigen uns ja sehr mit zwischenmenschlichen Beziehungen und da schöpfen wir aus unseren eigenen Erfahrungen. Besonders „Spürst Du´s nicht ?!“ ist aus einer aktuellen Thematik meiner Beziehung entstanden und bewegt mich daher im Moment am meisten. Gibt es einen Song, auf den ihr besonders stolz seid oder den ihr selber gerne hört? Rouven: Stolz sind wir auf alle unsere Lieder, sonst hätten wir diese auch nicht veröffentlicht. Aber die Wahl des Favoriten ist natürlich ständigen Gemütsschwankungen unterworfen…. zur Zeit ist “Victory of the heart” mein absoluter Favorit. Marc: Also ich hör´ immer noch „Spark“ am liebsten, denn dieses Lied ist unser bisher Positivstes von allen. Es hat einen extremen Gute Laune Faktor und ist sehr beschwingt. Wie auch schon bei den Vorgängern gibt es auch wieder deutschsprachige Stücke zu hören, nämlich "Bist Du Bereit?!" und "Spürst Du’s Nicht?!". Nach welchen Kriterien entscheidet es sich denn, wann ein Text in Deutsch oder Englisch zu Papier gebracht wird? Rouven: Das hängt ganz von unserem persönlichen Gefühl ab. Wir haben ein gutes Gespür dafür, wann ein Lied einen deutschen Text verlangt um seine volle Intensität zu entfalten. "Bist Du Bereit?!" scheint inhaltlich eher politisch motiviert. Der Song passt gerade wie die Faust aufs Auge für Karstadt und Opel Mitarbeiter. Oder? Marc: Im Prinzip trifft es auf unsere gesamtpolitische und gesellschaftliche Lage zu. Alles ist im Umbruch und die Menschen sind mit massiven Reformen konfrontiert. Arbeitslosengeld 2, Studiengebühr und Folgen der Globalisierung sind da nur ein paar Stichworte. Die Menschen fühlen sich von der Politik verschaukelt und das Vertrauen sinkt stetig. Zukunftsängste machen sich breit. Rouven: Wir wollen mit dem Lied nicht zur Revolution aufrufen – aber man sollte sich nicht alles gefallen lassen, was sich die Herren und Damen Politiker einfallen lassen. Ist bei der Entstehung euerer Songs erst der Text oder die Musik da, oder ist das ganz unterschiedlich? Wie wichtig ist für euch der Text, wie wichtig die Musik? Rouven: Text und Musik entstehen meist parallel. So kann man die Wortwahl, Vokale und Rhythmik besser auf die Musik abstimmen. Musik und Text sind auch in ihrer Wichtigkeit absolut gleichberechtigt. Man kann einen guten Text durch ein schlechtes Arrangement völlig seiner Ausdruckskraft berauben – andererseits kann auch kein noch so gutes Arrangement einen schlechten Text kaschieren. Beides ist elementar für ein gutes Lied. "Give Me A Reason" habt ihr als Bonus noch mal in verschiedenen Versionen auf die CD gepackt. Warum keine separate Auskopplung als Maxi? Marc: Wir hatten zuerst vor, „Give Me a Reason“ als Vorboten zum Album auszukoppeln. Dann haben wir uns aber zusammen mit unserem Label dafür entschieden unseren Fans etwas Besonderes zu bieten und zum Album die Maxi gratis dazu zu liefern. Ich denke, die Idee kommt bei unseren Fans auch sehr gut an. "Enter The Remix-Zone" führt den Hörer dahin. Was hat euch dazu inspiriert? Rouven: Als wir mit der Produktion des Albums schon fast fertig waren, empfanden wir es als zu langweilig direkt nach dem letzten Lied des Albums mit der Maxi weiterzumachen. Marc: Wir wollten mehr hervorheben, dass man das reguläre Album verlassen und den Bereich der Maxi betreten hat. Also inszenierten wir, (wie schon zuvor das Intro zu „Eternalizer“) ein kleines aber atmosphärisches Hörspiel. Das hat wahnsinnig viel Spaß gemacht ! Kann man euch demnächst auch mal live sehen? Was steht überhaupt so an für das nächste Jahr? Rouven: Am 23.12.04 spielen wir in Frankfurt auf einem kleinen aber feinen Xmas-Festival. Da sich eine eigene Tour leider schlecht verwirklichen lässt, werden wir uns verstärkt um Festival-Auftritte bemühen. Alle Termine wird man aber rechtzeitig auf unserer Homepage oder über unseren Newsletter erfahren. Sind auch schon neue Lieder in Planung? In welche Richtung wird sich Endanger eigentlich bewegen? Rouven: Nein, wir machen wie immer nach einem fertigen Album eine kleine Kreativpause. Außerdem haben wir noch unser ALPHALUNA Dance Project, mit dem wir endlich an den Start gehen wollen. Durch die Arbeiten an „Addicted to the Masses“ haben wir das stark vernachlässigt. Marc: Was Endanger angeht, so werden wir den Stil, den wir auf „Addicted to the Masses“ an den Tag gelegt haben konsequent weiterentwickeln und verfeinern. Wir sind selber sehr gespannt, was uns in der nächsten Zeit inspirieren wird. Danke für das Interview und weiterhin viel Erfolg. Rouven: Vielen Dank für das Interesse an Endanger !
(Interview geführt von Nuuc) |
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