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Anna: Hallo und vielen Dank, dass Ihr Euch Zeit nehmt für das folgendes Interview!
Stellt Euch bitte kurz vor. Wie fühlt Ihr Euch kurz nach Release des neuen Albums?
Son Ov David: Hallo, ich bin Son ov David, die Stimme von Jesus and the Gurus, der meistgehassten Band der Schweiz. Wir fühlen uns gut und es ist nicht das erste Mal, dass wie ein Album veröffentlichen. Anna: Ihr könnt ja bereits auf eine durchaus lange Bandgeschichte zurückblicken. Was war denn in der zurückliegenden Zeit, das bisher für Euch einzigartigste Erlebnis? Erzählt uns einmal ein paar Kuriositäten ;) Son ov David: Spontan kommt mir da in den Sinn, dass wir einmal einen Videodreh in einer Gruft machten. Damals besuchten wir auch den Magia Accron, das war sehr interessant. Oder auch, dass mal der Synthie vom Kreuz erschlagen wurde oder dass dieses Kreuz auch schon mal geklaut wurde. Anna: Wenn man so den großen Pulk an Bands sieht, dann kann man Euch ja eindeutig viel Originalität und Eigenständig zu gestehen. Wer ist denn verantwortlich für das Konzept hinter Jesus and the Gurus und wie entstehen die neuen Ideen für Outfits, Shows, etc.? Son ov David: Daran sind meistens alle beteiligt. Wir sind sehr kreative Menschen. Der Blödsinn sprudelt nur so in uns. Anna: Eure Musik besteht aus vielen unterschiedlichen Elementen von Elektro/Industrial bis hin zu Rock/Metal. Wie schafft Ihr es die unterschiedlichen Stile zu vereinen? Habt Ihr eine spezielle Arbeitsreihenfolge bei der Produktion Eurer Songs? Wie entsteht ein Jesus and the Gurus Song? Son ov David: Für Jesus and the Gurus Songs gibt es kein Rezept. Wir haben auch keine spezielle Arbeitsreihenfolge. Wir improvisieren viel und ab und zu entsteht ein Song. Wir arbeiten sehr relaxt und ohne musikalische Tabus. Wir mischen gerne musikalisch unterschiedlich und demzufolge verschiedene Stile. Das ist neben den zynischen und sarkastischen Texten auch eines unserer Markenzeichen. Anna: Ihr kommt ja aus der Schweiz. Wie groß ist denn die Szene dort und welches ist Eure Lieblingsschokolade;) ? Son ov David: Die Schweizer Szene ist klein. Die Schweiz ist ja auch ein kleines Land. In der Deutsch-Schweiz hat Divus Modus das Gothic-Monopol. Ob das gut ist, weiß ich nicht genau. Natürlich gibt es hier wie überall viele nette und interessante Menschen. Unsere Lieblingsschokolade ist natürlich die deutsche Kinderschokolade. Anna: Wie schwer ist es denn den typisch Schweizer Dialekt bei der Umsetzung des Gesangs abzulegen? :) Son ov David: Also der deutsche Dialekt ist ja voll Scheiße! Anna: „Blood, Sweat and Tears“ ist Eurer neuestes Schaffenswerk. Wie lange habt Ihr daran gearbeitet und wie schätzt Ihr die Ressonanzen Eurer Fans ein? Was hat sich für Euch persönlich zum Vorgänger „King ov Salo“ geändert? Son ov David: Das Album „Blood, Sweat and Tears“ haben wir in sieben Monaten erschaffen. Es ist eine sher harte, schnelle und bombastische CD. Für uns hat sich nichts geändert. Wir machen immer noch mit dem selben Enthusiasmus Musik wie bei „King of Salo“. Was die Fans sagen, keine Ahnung. Wenn ich ein Prophet wäre, würde ich Lotto spielen. Jedes Album ist anders und doch sind alle Jesus and the Gurus. Ich persönlich fand es spannend, eine etwas härtere Gangart einzulegen. Anna: Im Song "Eiszeit" rechnet Ihr u. a. mit den Machenschaften in der Musikwelt ab. Aus der Sicht eines Musikers kann man Euch nur zu gut verstehen. Wie seht Ihr die Entwicklung, wenn Ihr einmal Euren musikalischen Start 1994 mit der aktuellen Situation 2009 vergleicht? Son ov David: Es gibt viel zu viele Scheißbands. Heutzutage macht jeder Idiot ein Album und jeder Trottel hat ein Label. In den Musikmagazinen sind immer die gleichen Leute, nur die Reihenfolge ist anders heute. Anna: Auf dem neuen Album arbeitet Ihr u. a. wieder mit Sprachsamples. Wer wählt diese bei Euch aus und sollen diese Eure ohnehin schon starken Botschaften nochmals mehr Ausdruck verleihen? Son ov David: Die Suche des richtigen Samples für die richtige Stelle ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Doch wenn es passt, dann ist es gut. Anna: Der Mensch bzw. die Menschheit steht zum großen Teil auch wieder im Vordergrund auf "Blood, Sweat and Tears". So besingt Ihr im Song "China, China" u. a. die dort zweifelhaften Menschenrechte. China hat sich ja u. a. durch diese Problematik zu einem gewaltigen Wirtschaftsimperium entwickelt. Was haltet Ihr für moralisch bedenklicher - die Entwicklung Chinas auf Kosten der Menschen dort oder die neue/alte Sportart der USA, die da lautet "Krieg zu führen"? Habt Ihr China schon mal persönlich besucht? Son ov David: Nöö, wir gehen nicht einmal zum Chinesen essen. Wir boykottieren die chinesischen Produkte. Anna: "Pädo Pedro" beschäftigt sich mit Pädophilie und endet mit einer Konsequenz, ausgedrückt in Form eines Samples "Kastration". Findet Ihr, dass die Gesetze für solche Verbrechen zu lasch sind? Wünscht Ihr Euch manchmal mittelalterliche Bestrafungen zurück für diese kranken Verbrecher? Son ov David: Ohhhh ja, kastrieren! Anna: Wie seid Ihr eigentlich zu Eurem jetzigem Label Black Rain gekommen? Im Song "Eiszeit" meine ich vernommen zu haben - etwas in Form von "Anti - Pohl" sprich Fear Section. Gab es da ein Verwürfnis? Seid Ihr jetzt zufrieden mit der neuen Situation? Son ov David: Durch Umwege sind wir bei Black Rain gelandet und wir sind glücklich mit dem jetzigen Label. Wir haben zwei CDs für das Berliner Fear Section Label gemacht und damals waren wir auch glücklich. „Eiszeit“ ist kein Anti-Pohl oder Anti-Fear Section Song. Das Lied beschreibt die heutige Musikindustrie. Anna: Einige Songs sind in englisch gesungen und einige in deutsch. Fällt Ihr die Entscheidung für eine Sprache, bzw. wie Ihr ein Thema umsetzt, aus dem Bauch heraus oder ist das vom jeweiligen Thema selbst abhängig? Son ov David: Wie gesagt, es gibt kein Rezept. Es ist immer vom Thema abhängig und der Bauch ist auch dabei. Anna: Beschreibt einmal (auch wenn schwierig) Eure Live-Show für jemanden, der noch nie das Vergnügen hatte, an einem Konzert von Euch teilzunehmen. Wer arbeitet die Konzepte für die Show aus? Wie viel Prozent sind auf der Bühne geplant und wie viel improvisiert? Son ov David: Die Show hängt immer davon ab, wer gerade da ist und wer mit macht. Es gibt jeweils ca. 30 Minuten vor der Show ein Briefing mit allen Beteiligten, wo wir absprechen, was ungefähr passieren könnte. Alles ist nicht geplant. Der Moment und die Spontanität sollen nicht zu kurz kommen. Anna: Stehen schon Termine für das Jahr 2009 fest für Jesus and the Gurus Live Gigs? Wo schlägt es Euch hin bzw. wo kann man Euch erleben? Spielt Ihr lieber in Clubs oder auf Festivals? Son ov David: Dieses Jahr machen wir Europa unsicher. Wie die Deutschen vor 70 Jahren. Zuerst marschieren wir in Frankreich ein, dann in Belgien, Holland und Spanien. Deutschland nehmen wir auf dem Rückweg ein. Die genauen Daten findet Ihr auf unserer Myspace-Seite unter: www.myspace.com/jesusandthegurus Ob wir in Clubs oder auf Festivals spielen, ist uns scheißegal. Wir spielen überall, wo es verlangt und im Nachhinein bereut wird. Anna: Was war denn Euer bisher bester Gig? Was war Euer bisher witzigstes Live-Erlebnis? Son ov David: Unser bisher bester Gig war sicher der in Waregem am Gothic Festival in Belgien. Das witzigste Live-Erlebnis.... Na zum Beispiel der Auftritt mit Klaus von Diskoluder.... Anna: Ihr macht jetzt schon viele Jahre Musik unter der Flagge "Jesus and the Gurus". Habt Ihr schon einmal über dass Aufhören nachgedacht? Lohnt sich Musik machen in der heutigen Zeit überhaupt noch finanziell? Treibt Euch stets der Spaß und die Freude an der Musik und Euren Fans an weiterzumachen? Son ov David: Jesus and the Gurus kapitulieren nicht. Ich persönlich brauche es einfach für meine Psycho-Hygiene. Anna: Vielen Dank nochmals für dieses Interview. Jetzt könnt Ihr gerne noch abschließend ein paar Worte an Eure Fans da draußen richten. Son ov David: Jetzt schreibe ich seit einer halben Stunde Scheiße. Ich hab nichts mehr zu sagen. by Promofabrik (www.promofabrik.de), Februar 2009
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