Patenbrigade:Wolff

Hallo aus München! Wie geht’s euch?

LM: Uns geht’s soweit gut. Sven telefoniert gerade noch mit Belgien, um weitere Rohstoffe für die Nachbestellungen der neuen CD einzukaufen.

Könnt ihr euch bitte kurz vorstellen? Habt ihr so was wie eine Aufgabenverteilung oder wie kam man sich die Arbeiten innerhalb der Band vorstellen?

LM: Zu meiner Rechten sitzt der noch telefonierende Sven Wolff, Brigadier unserer Brigade. Er legt als solcher die Richtung vor. Ich bin Lance Murdock, der Brigadeleiter und sorge dafür, dass alles ordnungsgemäß nach Plan abläuft und auch umgesetzt wird und die Arbeitsziele erreicht werden. Ein mal die Woche treffen wir uns in unserem Container und besprechen weitere Baumaßnahmen.

Euer neues Album „Hochstapler“ steht bereits in den Startlöchern. Wie ist das Feedback bisher?

SW: Wir stießen während der Listening-Sessions auf ausgewählten Baustellen auf durchweg positive Reaktionen. Wir blicken daher voller Zuversicht auf das anstehende Release! LM: Wir sind schon ziemlich erstaunt, dass ein größtenteils instrumentales Album so viel Staub aufwirbelt.

Seid ihr nervös, wenn ihr ein neues Release auf die Leute loslasst?

SW: Nein, denn gerade im Turmdrehkranführergewerbe kann man sich Nervosität absolut nicht leisten.

Patenbrigade:Wolff wird als „Electro Ambient für Turmdrehkranführer“ angepriesen. Mit welchen fünf Wörtern würdet ihr euren Sound beschreiben?

LM: Eigentlich würden wir unseren Sound viel lieber mit „sieben“ Wörtern beschreiben, nämlich: „Ambient für Turmdrehkranführer und Electro für Baustellenoffiziere“. Das trifft den Kern viel besser.

Eure Verehrung von Grossstadtbaustellen ist enorm – könnt ihr versuchen das irgendwie in Worte zu fassen, was euch immer wieder aufs Neue dabei fasziniert?

SW: Diese Faszination hat uns Lance´s Onkel, der ja bekanntlich Turmdrehkranführer ist, beigebracht. Er sitzt täglich auf seinem Turmdrehkran und hat dort diesen unglaublichen Ausblick über die ganze Stadt. Da er des Öfteren sehr viel Zeit zwischen den einzelnen Hebeaufträgen hat, kann er diesen Ausblick ausgiebig genießen. Daher bat er uns eines Tages, ihm seinen persönlichen Soundtrack für eben diese Momente zu komponieren. So nahmen wir ihm einige Tapes auf. Diese Tapes wurden dann in der Turmdrehkranführerszene rumgegeben und es entstand schnell die Nachfrage nach einer CD Veröffentlichung. Unsere erste CD „Laut“ wurde aus diesen Tapes kompiliert.

„Hochstapler“ wird, wie auch schon eure letzten Alben „Werkzeugbuch“ und „Laut“, über euer eigenes Label „Zweieck Recordings“ erscheinen. Wollt ihr nach wie vor alles selbst machen? Ist das Führen eines eigenen Labels nicht sehr Zeit intensiv oder ist das heutzutage noch die einzige Möglichkeit seine Musik noch so veröffentlichen zu können wie man es selber gerne hätte?

LM: Es ist so, wie Du schon selber sagst: sehr zeitintensiv, jedoch heutzutage wirklich noch die einzige Möglichkeit, seine Musik so zu veröffentlichen, wie man es selber gerne hätte. Auch in Zukunft werden wir alles selber machen. Wir sind unsere eigenen Bauherren in diesem Gewerbe und wollen das unbedingt auch bleiben.

Das neue Werk gibt es über eure Webseite bereits jetzt schon in einer superedlen Metallbox mit sehr hochwertigem Booklet zu bestellen obwohl erst der offizielle VÖ am 13.April ist. Wollt ihr den Fans die Wartezeit verkürzen oder wieso geht ihr diesen Weg?

LM: Man kann sie zwar bestellen, aber ausgeliefert wird trotzdem leider erst zum offiziellen VÖ. Nur wenige frühere Arbeitskollegen durften schon ein wenig früher in den Genuss von „Hochstapler“ kommen.

In wieweit spiegelt der Albumtitel „Hochstapler“ den musikalischen Inhalt des Albums wieder und wie kam es zur Wahl des Albumtitels?

LM: Unser letztes Album „Werkzeugbuch“ ist mittlerweile fast 4 Jahre her. Schon vorher wussten wir ziemlich genau, dass wir ein neues Werk nicht vor 2007 produzieren können. Nebenbei arbeiten wir nämlich noch auf verschiedenen Baustellen. Um unsere Fans ruhig zu stellen und nicht zu verschrecken, haben wir vorsichtshalber immer wieder mal ein neues Album angekündigt. Erst 2004, dann 2005, 2006 waren wir uns dann ziemlich sicher. Dass es dann letztendlich erst 2007 wurde grenzt nahezu schon an „Hochstapelei“, weshalb der Albumtitel eigentlich schon sehr früh feststand.

Auf „Hochstapler“ wird vorwiegend instrumental, und das auf sehr hohem Niveau, gearbeitet. Ab und an wird die wohlige Atmosphäre durch „Meldungen“ unterbrochen. Sprachsamples sind rar, aber dann sehr bewusst gesetzt. Diese regen zum Nachdenken an. Die Namen der Songs wie z.B. „Tod am Schuppen“, „Dampfgeld“, „Demokratischer Sektor“ oder „Maurerradio“ sind da sehr bewusst gewählt, oder? Gibt es zu jedem einzelnen Song auf dem Longplayer eine Geschichte?

SW: Im Vorfeld unserer CDs führen wir ausgiebige Recherchen durch. Während sich die beiden ersten Alben eher der technischen und angenehmen Seite des Kranführerdaseins widmeten, wenden wir uns auf „Hochstapler“ auch kritischeren Themen zu. Der Titel „Eine kaputte Baustelle ist zu vermeiden“ spricht hier eine sehr deutliche Sprache. Auch „Tod am Schuppen 29“ hat einen sehr ernsten Hintergrund. Ein Jugendlicher entwendete auf einer Baustelle einen ungesicherten Gabelstapler. Nach einigen Metern Fahrt, kippte der Hochstapler um und riss den Jugendlichen mit in den Tod. Solche Unfälle passieren täglich auf Deutschlands Baustellen, werden von der Öffentlichkeit jedoch kaum wahrgenommen.

Auf den beiden Songs „Gefahrstoffe“ und „Doppelmeisterschalter“ ist Sara Noxx zu hören. Wie kam die Zusammenarbeit mit ihr zu Stande?

SW: Die wenigsten wissen, dass Sara Noxx ein inniges Verhältnis zu nahezu allen großen Beamten in den Bauaufsichtsbehörden unterhält. So setzte sie es durch, dass sie auf einigen PbW Tracks mitsingen darf. Wobei ihr die Texte eigentlich ziemlich egal sind. Denn was für den gewöhnlichen PbW Hörer wie Beschreibungen komplizierter, technischer Vorgänge klingt, sind in Wirklichkeit kodierte Anweisungen für den nächsten Bauarbeiteraufstand.

In naher Zukunft steht mit der Debut-CD von Essexx ein musikalisches Projekt ins Haus bei dem Sven und Sara beteiligt sind. Kann man von den PW-Songs, auf denen Sara zu hören ist, auf den Sound von Essexx schliessen oder wird dort ein ganz anderer Stil geboten?

SW: Da die gemeinsamen Pb:W-Tracks nicht ausreichten um die kompletten Anweisungen für den Bauarbeiteraufstand unterzubringen, zwang sie mir das Projekt Essexx auf. Die Musik von Essexx ist schon etwas anders als PbW. Aber ich denke, das PbW Fans auch am Essexx Album Gefallen finden.

Ein weiteres, geplantes Release aus eurem Hause ist die „Maurerradio“-EP. Könnt ihr uns schon näheres darüber verraten?

LM: Die „Maurerradio“-EP wird vorr. bis Sommer ´07 erscheinen. Neben einem clubtauglichen Tanzflurknaller von unserem bisher beliebtesten Track wird es auch eine erweiterte und sattere Version von „Demokratischer Sektor“ geben. Auch neue, ergänzende Stücke werden vertreten sein, die das Gesamtbild von „Hochstapler“ komplettieren. Momentan verhandeln wir auch noch mit einem bekannten Gastarbeiter einer anderen Baustelle, der dann den Part des „Gaststars“ übernimmt und an einem Song mitbauen wird. Natürlich darf man sich auch hier wieder auf eine stilsichere und sammlerhochwertige Verpackung freuen, auf der wir – wie immer – sehr viel Wert legen.

Was für weitere Pläne habt ihr mit Patenbrigade:Wolff für 2007?

SW: Es wird einige Konzerte für das normalsterbliche Publikum, wie z.B. am 7. April beim Dark Eastern Festival in Berlin geben. Wir treten jedoch auch oft vor „Fachpublikum“ auf. Beispielsweise beim Staplercup in Wustermark am 12. Mai. LM: Die „Maurerradio“-EP bitte nicht vergessen, Sven. SW: Ach so, ja, stimmt…

Patenbrigade:Wolff – live! Was kann der Konzertgänger von euren Auftritten erwarten? Lasst ihr euch für die angekündigte „Hochstapler-Tour“ etwas Besonderes einfallen?

SW: Auf jeden Fall! Wir können jetzt jedoch noch keine Details verraten.

Ihr habt nun die Möglichkeit die Fans direkt anzusprechen und die Werbetrommel zu rühren! Eure Anpreisung und ultimative Lobhudelei zum neuen Album:

LM: „Hochstapler“ erscheint via Zweieck Recordings/Soulfood weltweit am 13. April 2007 in einer edlen Deluxe Metal Box mit Laser Gravur, 16-seitigem Picture-Photo-Book und DIN A6-Sticker. Ein großer Dank geht an alle „Käufer“ unseres neuen Albums. Ihr seid die Größten!

Ich bedanke mich vielmals für das sehr interessante Interview und wünsche euch viel Erfolg mit dem wirklich tollen Werk „Hochstapler“! Die letzten Worte gehören euch:

Dito. Auch Euch und Euren Lesern weiterhin viel Spass. See you at „Hochstapler Tour 2007“ (Part 1)! 16.03.07 - Bad Salzungen (D), Kallewerk/K70 (+ In Strict Confidence) 07.04.07 - Berlin (D), Kulturbrauerei (Dark Eastern Festival; + 40 other bands) 14.04.07 - Guben (D), Fabrik Werk 1 (+ Cyborg Attack) 21.04.07 - Potsdam (D), Waldschloss (e-Volution Festival, + Cromax [ex-Blind Passengers] Zelle 40) 12.05.07 - Wustermark (D), GVZ (8. Trafö Staplercup 2007)



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(Interview geführt von Andi)

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