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Zuerst mal, wie geht es euch, nachdem „Diary Of A Lost“ endlich in den Läden erscheint?
Wir sind glücklich und auch erleichtert. Wir alle blicken auf eine sehr intensive und arbeitsreiche Zeit zurück. Natürlich erhoffen wir uns jetzt, dass unser Album von vielen Menschen entdeckt wird und Gefallen findet. Ihr werdet ja von der Presse in Deutschland und auch in England in höchsten Tönen gelobt. War euch beim Produzieren bewusst, dass ihr ein Album produzieren werdet, dass solche Reaktionen hervorruft? Insgeheim erhofften wir uns schon gute Kritiken, sind aber doch erstaunt über das Ausmass. Konzept der aufwendigen Produktion war es, möglichst vielschichtig zu arbeiten, um einen gewissen typischen The Beauty of Gemina Sound zu entwickeln und die angestrebte Eigenständigkeit und Intensität zu erreichen. Da „Diary of a Lost“ kein Mainstreamprodukt. ist, war uns bewusst, dass wir dem Album Zeit geben müssen. Dass jetzt schon nach so kurzer Zeit diese positive Resonanz entstanden ist, freut uns natürlich umso mehr. Wie hat es bei euch eigentlich angefangen. Wann war der Startschuss für TBOG? Und was hat euch bewogen, Musik zu machen? Die Geburtsstunde von The Beauty of Gemina liegt im Jahr 2005. Entstanden ist die Band aus der Dark-Wave Band Nuuk, wo wir alle drei mitgewirkt haben. Nach deren Auflösung schrieb Michael Sele (words & music) eine Vielzahl neuer Songs. Dabei haben Martin Luzio (bass) und ich Mac Vinzens (drums) ihn kräftig unterstützt. Es war ein gemeinsamer Entschluss, Diary of a Lost zu realisieren und mit The Beauty of Gemina einen Neuanfang zu wagen. Was uns dazubewogen hat Musik zumachen? Das ist schon sehr lange her. Die Musik war uns ist ein wichtiger Teil in unserem Leben. Was macht ihr sonst so, wenn ihr nicht Musik macht. Habt ihr Jobs oder Berufe, denen ihr nachgeht/nachgehen müsst? Wir alle haben unsere regulären Jobs neben der Musik. Sind darin aber flexibel genug, dass wir uns voll und ganz der Musik widmen können. Michael hat sein eigenes Tonstudio und wenn er verschwunden ist, wissen wir immer wo wir ihn aufstöbern können. Euer Sound ist ja sehr facettenreich, einerseits mit vielen elektronischen Spielereien gespickt, andererseits auch mit den typischen Gothic Rock Gitarren versehen. Wie würdet ihr euren Sound beschreiben? Es ist ein Album mit einer grossen musikalischen Bandbreite. Ein Teil des Konzeptes oder der The Beauty of Gemina Welt war es, mit Gegensätzen zu arbeiten, so wollten wir gerade auch auf dem Debüt Album die ganze Palette ausloten. Sphärischer Dark Wave, Industrialanleihen, Elektro, technoide Beats, rockige Einflüsse, verträumte Pianomelodien. Eine tanzbare und so finden wir sehr eigenständige Mixtur, für Clubgänger und Liebhaber romantisch-dunkler Klänge gleichermassen interessant. Habt ihr bestimmte musikalische Vorbilder, die euch stark beeinflusst haben bei eurem Sound? Da wir mit The Beauty of Gemina wieder ganz von vorne angefangen haben, konnten wir losgelöst und ohne Vorgaben Musik kreieren. Michaels Musikgeschmack ist allerdings sehr breit und reicht von Klassischer Musik bis hin zu radikalem Industrial. So widerspiegelt sich seine ausgesprochene Vorliebe zu dunkleren, melancholischeren Klängen im gesamten Album. Er hat mit Martin und mir aber zwei Mitstreiter gefunden, die ihn dabei hundertprozentig unterstützen. Ihr habt eure CD „Diary Of A Lost“ genannt. Der Titel lässt vermuten, dass es sich um ein Konzeptalbum handelt. Liege ich da richtig? Sind die einzelnen Stücke Einträge in diesem „Diary of a lost“? Nachdem die ersten Songs entstanden waren, wurde uns sehr schnell klar, dass wir im Begriff waren, eine Art musikalisches Tagebuch zu kreieren. Dadurch bekam die ganze Arbeit einen konzeptionellen Charakter. Welche Themen interessieren euch, wenn ihr Songs bzw. Texte schreibt. Was inspiriert euch? Missbrauch, Gewalt, Terrorismus und Suizid sind tägliche Schlagzeilen. Hinter diesen Schlagzeilen stehen Menschen mit Geschichten und Gefühlen. In den Texten verarbeitet Michael sowohl persönliche Erlebnisse, wie auch Eindrücke aus Begegnungen mit ihm nahe stehender Menschen. Wenn man in einem Land mit einer extrem hohen Selbstmordrate lebt, und das Shadowland praktisch vor der Haustüre liegt, gibt es einfach auch Themen, an denen man nicht vorbeikommt, wenn man die Augen nicht davor verschliesst. Gibt es Songs, die starken Bezug zu eurem Leben und eurer persönlichen Historie haben. Gerade solche Balladen wie „Forgiveness“ haben aufgrund ihrer starken Emotionen den Anschein. Danke, dass du dieses Stück erwähnst. „Forgiveness“ ist sicher das persönlichste Stück von Michael Sele. Wir sind sehr froh, dass die klassisch instrumentierte Ballade den Weg auf das Album gefunden hat. Die Zusammenarbeit mit Musikern des Zürcher Tonhalleorchesters war eine grosse Herausforderung doch für uns alle sehr bereichernd. Ich habe in eurem Gästebuch immer wieder die erstaunten Kommentare gelesen, dass ihr eine Band aus der Schweiz seid und dass es solche Musik aus der Schweiz geben kann. Wie steht ihr zu solchen Kommentaren? Nervt euch das vielleicht? Nein, wir nehmen das als Kompliment an. Ich denke aber, dass wir, die in einem so kleinen Land leben, uns schon auch schwer tun, im Ausland akzeptiert zu werden. Mit „The Beauty of Gemina“ versuchten wir von Anfang an auf einer internationalen Ebene zu arbeiten. Was sich jetzt auch auszahlt. Ihr werdet ja im Vorprogramm von ASP auftreten. Wie ist es zum Kontakt gekommen und wie hoch ist die Anspannung vor den Gigs? Wir drei waren 2005 bereits mit ASP auf Deutschlandtournee, damals allerdings noch mit der Band Nuuk. Es war eine erfolgreiche Zeit und es entstanden gute Freundschaften. ASP hat uns angefragt, ihn auf der Tour erneut zu begleiten und wir freuen uns sehr darauf. Die Anspannung vor den Gigs herrscht bei jedem von uns. Für mich jedenfalls sind die letzten Minuten vor dem Auftritt fast unerträglich. Spielt ihr lieber live als im Studio zu sitzen? Ich war in meiner Vergangenheit mehr Livemusiker als Studiomusiker, was ich für mich auch bevorzugt habe. Jedoch die Studiozeit mit „The Beauty of Gemina“ war für mich der absolute Höhepunkt. Wir hatten diesen üblichen Zeitdruck einer Studioaufnahme nicht. Man konnte sein ganzes Können und Kreativität in diesem Album verwirklichen. Es war eine wundervolle Erfahrung mit Michael Sele, der dazu noch als Produzent agierte, zusammen zu arbeiten. Das Debütkonzert in Zürich wird sicher ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte von „The Beauty of Gemina“ sein. Was ist noch so geplant im Laufe des Jahres, wird es irgendwelche Besonderheiten geben bei TBOG? In England ist die Resonanz sehr viel versprechend und wir sind dabei, dort einen Clubrelease vorzubereiten. Wir arbeiten auch daran, auf einigen Festivals im Sommer auftreten zu können und sind gespannt wie das Tagebuch weitergehen wird. Letzte Frage: Gibt es etwas, dass ihr noch erwähnen möchtet? Ihr habt jetzt Platz dafür ;) Es ist ein wunderschönes Digipack geworden mit allen Originaltexten auf deutsch übersetzt. Es lohnt sich, dieses eindrückliche Werk zu kaufen. Am 16.März werden wir im renommierten X-TRA Club in Zürich erstmals Live das ganze Album mit Gastmusikern performen. Wir werden am 13.April am Gothronic Festival Tilburg (NL) ein Konzert spielen. Mit ASP zusammen werden wir Ende April in Deutschland auf Tour gehen. Schaut doch bei uns auf der Homepage vorbei. Wir freuen uns sehr über Feedback und andere Lebenszeichen! Mac Vinzens - TBOG Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg.
(Interview geführt von Nuuc) |
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