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Hallo! Herzlichen Glückwunsch zum grandiosen Comeback! Nach „White Hypnotized Noise“ 2000 zogen einige Jahre ins Land bis sich NOYCE™ nun endlich mit einem neuen Lebenszeichen zurückmeldet. Wieso mussten wir so lange auf neuen Output warten, was ist in den 7 Jahren alles passiert und wie fühlt man sich nach der langen Zeit „Abstinenz“?
OG (OG = Oliver Goetz): Ein bisschen "daneben". Von der Bandgründung bis zum ersten Album und der darauffolgenden Tournee war alles aus "einem Guß". Wir haben mindestens zweimal pro Woche gemeinsam musiziert und kontinuierlich an allen Stücken gleichzeitig gearbeitet. Man könnte fast sagen: wir haben uns mit nichts anderem beschäftigt. Nach der Tour sowie der „Hypnotized e.p.“ waren wir einfach kreativ ausgebrannt. Hätten wir vorher gewusst, wieviel Kraft es kosten würde, wieder Freiraum für NOYCE™ zu schaffen, hätten wir sicher einige Dinge anders aufgestellt. Um eine gute NOYCE™ Session fertigzubringen, braucht es mindestens vier bis fünf Stunden wobei ein Lied dann noch lange nicht fertig ist! Aber das wesentlich größere Problem ist, das kreatives Arbeiten nicht auf Knopfdruck abrufbar ist. Nicht jedes Zusammentreffen führt zwangsläufig zu einem kreativen musikalischen Ergebnis. Darum sind die Stücke über einen sehr langen Zeitraum, sehr langsam gereift. Jetzt kommt der Punkt, der die Sache "etwas daneben" macht: Im letzten halben Jahr haben wir uns den geballten kreativen Output aus sieben Jahren um die Ohren gehauen. Wenn man ein halbes Jahr lang Gefühle und Gedanken aus sieben Lebensjahren konzentriert bearbeitet, ist das, was nach getaner Arbeit im Kopf bleibt, nicht das, was die Sinnesorgane als "Realität" melden. Ziemlich schwer zu erklären. Eben ein bisschen daneben! FS (FS = Florian Schäfer): Hinzu kam dann der Fakt das ich, durch diverse privater Probleme, u.a. das Ende der langjährigen Beziehung, in ein kreatives Loch gefallen bin. Es hat eine lange Zeit gedauert bis ich mich da selber wieder rausgezogen habe und einen Teil der Vergangenheit textlich wie dann eben auch mit Oliver musikalisch verarbeiten und umsetzten konnte. Es war aber nicht so das wir es nicht versucht hätten Tracks zu schreiben, nur war der musikalisch Output nicht von der Qualität wie wir das selber von uns erwarten. Aus der Zeit 2000 bis Ende 2004 sind von rund 25 fast fertigen Songs gerade mal, neben dem schon damals fertigestellten „Hypnotized e.p.“, ganze zwei Lieder durch unsere eigene Qualitätsprüfung gekommen! „Man On The Moon“ und „Coma“! Das neue Werk „Coma“ lässt sich schwer kategorisieren. Hier findet im Endeffekt jeder Suchende was für seine Vorlieben. Seien es tiefgründige Texte, professionelles Artwork oder Abwechslungsreichtum innerhalb des Albums und der Lieder, hier wird auf höchstem Niveau alles gegeben! Musikalisch wird mit Balladen („Year03“, „The Darkest Days“), sowie Pop- („Mensch“) und Clubnummern („Headland“, „Hypnotized“, „Karmacoma“) in grossartiger Manier das breite Spektrum von NOYCE™ perfekt dargeboten. Meiner Meinung nach ein rundum perfektes Album, gesanglich und musikalisch! Das Warten hat sich mehr als gelohnt! Welchen Anspruch hattet ihr an das neue Werk? FS: Ich habe schon gedacht du hörst gar nicht mehr mit der Lobeshymne auf! -lacht- Die Firma dankt! Am meisten freut mich aber das du erkannst hast was uns erst bei der Produktion von „Coma“ bewusst geworden ist: Es ist uns gelungen zwei Alben zu machen wo kein Lied dem anderen gleicht und trotzdem wird NOYCE™ so angenommen obwohl wir doch sehr unterschiedliche Genrestille verarbeiten. Ich denke das ist ein großes Plus von NOYCE™. Wir können auf dem nächsten Album wieder machen was wir wollen und keiner wird sagen die haben sich aber negativ verändert! Nun was den Anspruch angeht war uns wichtig einfach das zu machen was NOYCE™ verkörpert und dies bestmöglich umzusetzen. Diesen Ansprch sollte eine Band aber immer an sich haben. Ob das gelungen ist müssen andere beurteilen uns fehlt da noch der zeitliche Abstand! Das Cover der CD ziert eine nackte, schreiende und hilflos wirkende Frau im Feld. Wie seid ihr auf das Motiv gekommen und welche Brücke schlägt das Cover zum Inhalt des neuen Albums? FS: Du hast es eigentlich schon selber beantwortet! Für mich verkörpert das Coverbild perfekt den musikalischen Inhalt des Albums! Es steht für Einsamkeit oder Verzweiflung, und es bedrückt mich beim Betrachten. Als ich das Bild im „Deutschen Lichtbild 1972“ endeckt habe, wusste ich schon vor ca. 3 Jahren das dies unser Covermotiv werden wird, obwohl das Album noch nicht annähernd fertig war! Welche Bedeutung hat für euch der Albumtitel „Coma“? FS: Als wir „Coma“ auf der „Hypnotized e.p.“ (2000) angekündigt haben habe ich nicht gedacht das so viel persönliche Dinge ein Thema auf dem Album sein würden, aber das Leben entwickelt sich so oft sonderbar! „Coma“ steht nicht nur für das klinische Koma sondern auch für das zwischenmenschliche Koma oder eben auch das Persönliche! Die Unfähigkeit zu lieben oder einfach nur etwas zu ändern was das Leben wieder lebenswert macht oder für Stille die das Leben erfüllt. Traumatische Erlebnisse aus persönlicher oder fremder Sicht! OG: „Coma“ passte einfach sehr gut zu den eigenen Erlebnissen der letzten Jahre. Es gab so viele Dinge und Veränderungen die ich sehr bewusst wahrgenommen habe, und obwohl ich Teil dieser Veränderungen war, hatte ich keinen Einfluss darauf. Ich konnte einfach nur zusehen was passiert, und mich am Ende dann freuen, dass es so gekommen ist! Das neue Album ist in Zusammenarbeit mit Olaf Wollschläger, als Produzent, entstanden. In wieweit hatte er Einfluss auf „Coma“ und wie kam die Zusammenarbeit zu Stande? Ist es gut für eine Band einen objektiven Künstler im Boot zu haben? FS: Nun, ein Produzent hat, in meinen Augen, immer Einfluss auf die Musik. Das ist auch für uns enorm wichtig da uns im Laufe der Zeit beispielsweise das Gefühl für die Lautstärken verschiedener Sounds verloren gegangen ist. Ferner hat er natürlich auch einen Einfluss welche Sounds manchmal besser passen. Z.B. Karmacoma war am Anfang ein Brett, das auf 140 bpm durchgeballert hat, aber der Song funktionierte nicht so, wie wir das eigentlich geplant hatten. Als Olaf dann die Beats in der Strophe auf Halfbeat gesetzt hat, war es erstens ein ganz anderer Song und zweitens funktionierte er. Sicherlich vergleichbar mit Depeche Modes „Enjoy The Silence“ was ja ursprünglich ein ganz ruhige Nummer mit Akkordeon war und erst durch den Produzenten Flood eine tanzbare Nummer wurde. Wichtig ist, als Band einfach mal loslassen zu können und offen für neue Ideen zu sein. Ich bin da sicher nicht einfach aus Sicht eines Produzenten, aber auch ich lerne dazu! OG: Olaf hat mich so manches mal gefragt, was ich mit diesem oder jenem Element im Stück bezwecken wollte. Nachdem ich ihm erklärt hatte, welcher Sinn dahintersteckt, hat er es so geändert, das auch wirklich das rauskam, was ich ursprünglich vorhatte! Manchmal musste nur die Einstellung eines Filters oder einer Hüllkurve geändert werden. Ein anderes Mal, war ein ziemlicher Aufwand notwendig um nur eine Kleinigkeit im Ergebnis zu ändern. Das schöne dabei: Olaf wusste immer wie es geht, und er hat niemals fiese Bemerkungen darüber losgelassen, auf welche (merkwürdige) Art und Weise wir das Sounddesign angegangen sind. Auch nicht selbstverständlich: Wenn er meinte fertig zu sein, hat er nachgefragt, ob das was da jetzt läuft, auch das ist, was wir uns vorgestellt hatten. Der wichtigste Aspekt ist allerdings der Lerneffekt. Die Erfahrungen aus dieser Produktion fließen zwangsläufig in die Erarbeitungsphase zukünftiger Stücke ein. D.h. die nächsten Stücke werden, bevor sie das Studio überhaupt erreichen, schon mit dem ausgestattet sein, was wir in den aktuellen Stücken erst in der Produktion erarbeitet haben. FS: Seine öfters gemachte Bemerkung „Ihr seid so durch“ war aber immer positiv gemeint! -lacht- Könnt ihr den Lesern die verschiedenen „Coma“-Zustände der einzelnen Tracks näher bringen und worauf besonders musikalisch entsprechend Wert gelegt wurde bei der Umsetzung? OG: Wir haben noch nie ein festes Konzept gehabt wie wir an Songs rangehen oder auf eine besondere Sache Wert gelegt! Manchmal mache ich ein komplettes Lied mit allem was dazugehört und Florian schreibt einen Text dazu, oder Florian hat eine Melodie im Kopf und wir machen dann die Musik zusammen. Am meisten Spass macht es allerdings, wenn wir eigentlich beide gar keine Idee haben und uns wild durch sämtliche Sample-Bänke schiessen, bis plötzlich "der" Hammersound da ist. Daraus wird entweder eine rhythmische Struktur gebastelt oder aber eine Melodie die genau für diesen Sound passt. Eigentlich kann man sagen das die Basis immer eine Popsongstruktur ist. Der NOYCE™ Faktor kommt dann irgendwie dazu, wenn es sich für unsere Ohren zu „boring“ anhört, oder je länger wir an einem Track arbeiten. FS: Ich habe es eigentlich immer schon abgelehnt Texte zu erklären. Das raubt dem Hörer immer einen Teil der Phantasie. Ich denke aber textlich ist „Coma“ ein sehr bildliches Album geworden und lässt trotzdem Spielraum für den Hörer! Es gibt eine persönliche Ebene die in eine Geschichte eingewebt ist wie z.B. bei „Karmacoma“, „Man On The Moon“, „Hypnotized“, eine rein persönliche wie z.B. „Year 03“ „Sleepwalker“ oder „Wachkoma“ oder Dinge die durch Beobachtung gestallt angenommen haben wie „Mensch“ oder „The Darkest Years“. Zu „Year03“ habt ihr ein sehr professionelles Schwarz/Weiss-Video gedreht, welches auf der limited Edition von „Coma“ in Form einer DVD vertreten sein wird. Wie habt ihr den Videodreh erlebt und wie kann sich ein Laie einen Tag am Set vorstellen? FS: Nun der Dreh, den wir an einem Tag gemacht haben, an sich war alles andere als sehr unterhaltsam. Sich langsam bewegen und das den ganzen Tag kann sehr „boring“ sein, aber es war eine sensationelle Erfahrung u.a. auch weil Mark-Steffen Göwecke auch ein brillanter Mensch ist! Er hatte allerdings die meiste Arbeit indem er die gemachten Aufnahmen dann in das Material von 1996 reingeschnitten hat! Das Endresultat ist aus meiner Sicht künstlerisch höchst anspruchsvoll geworden! OG: Ich kann nicht beschreiben, wie ein Laie sich das vorstellen soll. Ich selbst habe mindestens 70% der Drehzeit damit verbracht, staunend neben dem Regisseur zu stehen. Auf der einen Seite faszinierte mich die hochkomplexe Technik mit der gearbeitet wurde, und auf der anderen Seite die Leichtigkeit mit der diese Technik angewandt wurde. Vor allem war es sehr interessant festzustellen, dass trotz aller HighTech-Ausstattung, die einfachen Regeln der Fotografie (Licht, Position, etc.) nach wie vor ihre Gültigkeit haben. Zu „Year03“ kann der geneigte Hörer gar nicht anders als schlucken, wenn man genau auf den Text hört. In Verbindung mit den Sounds, vor allem dem Orchester, ist Gänsehaut vorprogrammiert. Welche Situation/Zustand hast du hier in Zeilen verfasst und wie schwer war die Umsetzung textlich und musikalisch? FS: Den Text zu schreiben war an sich einfach, da diese Situation sicherlich eine der Dunkelsten in meinem Leben war. Es war in der Nacht nach den „famous last words“ der langjährigen Beziehung. Ich wurde wach, die Gedanken kreisten, der Kopf hämmerte und für einen kurzen Augenblick erschien mir Selbstmord als absolut sinnvolle Lösung um der kommenden Einsamkeit aus dem Weg zu gehen! Erschrocken von diesem Gedankengang und vor allen Dingen von diesem selbstverständlichen Denken, wie wenn man überlegt ob man Nudeln oder doch einen Salat isst, bin ich dann ins Wohnzimmer gegangen um wach zu bleiben da ich das Gefühl hatte das weiterschlafen mir die Kontrolle nehmen würde. Der Text von „Year 03“ beschreibt dann diese Stunden bis es hell wurde. Musikalisch waren der verquere Beat und diese Melodie die ich im Kopf hatte der Anfang. Nachdem Oliver die Melodie eingespielt hatte wusste ich, obwohl das Lied noch extrem „nackt“ war das wir etwas ganz besonderes geschaffen hatten! Eure CD erscheint beim bisher noch nicht so bekannten Label in-D, das auch z.B. das neue Behind The Scenes Album veröffentlicht hat. Recherchen ergaben, dass NOYCE™ nicht ganz unbeteiligt an diesem Label ist. Was hat euch dazu bewogen ein eigenes Label zu gründen? FS: Nun wir hatten von Anfang an unser eigenes Label: Focile Art Tribe. Für die Ideen sowie die massiven Kosten wäre es aber auch nicht möglich gewesen bei einem Label zu unterschreiben. Ferner war es mir immer wichtig wirklich „Independent“ zu bleiben um das zu machen was ich für NOYCE™ für richtig und wichtig halte. Wir haben nach „White Hypnotized Noise“ 6 Jahre nichts veröffentlicht, waren jetzt ein halbes Jahr im Studio, haben ein Video gemacht und eine „Limited Version“ von Coma sowie eine normale Version in einem aufwändigen matt/glanz Druck Cover veröffentlicht! Allein diese Kosten kann ein Label gar nicht stemmen und von Anzeigen- und Presskosten rede ich erst einmal gar nicht! Richtig, „inD Records“ habe ich mit einem guten Freund und Partner gegründet um einfach Bands zu veröffentlichen von denen wir der Meinung sind dass diese im jeweiligen Genre erfolgreich sein können. Da gehören aber nicht nur „Behind The Scenes“ dazu sondern auch „Deep Dive Corp.“ (Chill / Funky), „The Unisex“ (Britpop und brilliante Liveband) oder auch „Vorsprung Durch Technik“, die Band von Olaf Wollschläger die grossartige und abgefahrene elektronische Musik machen. Deshalb entsteht eventuell der Eindruck das „inD Records“ noch recht unbekannt ist weil wir nicht nur „Szeneveröffentlichungen“ machen! Es geht bei „inD“ also nicht um Genre sondern „simply“ um Musik! Vor diesem Hintergrund haben wir „Coma“ dann subtechnisch auf „inD Records“ mitveröffentlicht aber NOYCE™ bleibt weiterhin auf Focile Art Tribe. Wie bekommt ihr NOYCE™ und das Signing bzw. Unterstützung der beheimateten Bands unter einen Hut? FS: Nun erstens mache ich das Label ja nicht alleine sondern mit meinem Partner Andreas Gräf und zweitens indem wir, gegen den Trend, wenig Veröffentlichungen machen diese aber dann mit der grösst möglichen Unterstützung! Nach „Behind the Scenes“ kam NOYCE™ und z.Z bereiten wir die Best of... „They Fade In Silence“ vor, eine Band die Ende der Achtziger u.a. das Vorprogramm von „New Order“ gespielt haben und brillanten nordenglischen Düster-Gitarren-Sound gemacht haben. Die Band gibt es übrigens wieder! Unter welchen Gesichtspunkten bekommt eine Band einen Deal oder auch nicht? FS: Nun wenn die Band etwas hat was dringend gefördert werden muss! Das ist so aus der Hüfte schwer zu sagen. Es muss uns einfach umhauen aber vor allen Dingen muss ein Wille vorhanden sein das diese Band den Erfolg unbedingt will und die erforderlichen Opfer bringen will! Ich denke das geht leider einigen deutschen Bands zur Zeit ab. Seid ihr Szenegänger bzw. verfolgt ihr diese seit eurem letzten Output? Wie seht ihr den Werdegang dieser? Was gefällt und was missfällt euch? Natürlich verfolgen wir die Entwicklung der Szene. Ich war immer offen für verschiedene Stile, habe u.a. The Young Gods neben This Mortal Coil oder Nine Inch Nails neben Clan Of Xymox gehört! Diese Vielfalt gibt es leider kaum noch hat aber in meinen Augen diese Szene immer ausgezeichnet. Diese Offenheit für verschiede Genrestile spiegelt sich somit auch in unserem Sound wieder. Viele aktuelle Bands achten tragischerweise mehr auf ihr Image als auf die Musik! Das schlägt sich dann natürlich negativ auf die Verkaufszahlen nieder. Dabei gehört die Szene, noch zu den Menschen die es noch zu schätzen wissen eine CD käuflich zu erwerben! Als positiv denkender Mensch hoffe ich aber das sich das Ganze irgendwann wieder positiver entwickeln wird. Heutzutage ist überall zu hören, dass eine Band ohne Clubpräsenz einfach zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Ist Musik bzw. eine Band nur dann gut, wenn ihre Musik im Club läuft und die Tanzfläche voll ist? Wie geht ihr mit der Thematik um? FS: Ist Musik nur dann gut wenn sie erfolgreich ist? Ich hoffe doch nicht! Es wundert mich aber nicht, dass es fast nur noch monatliche Szeneveranstaltungen gibt und nicht mehr wie noch 1999 fast immer Wöchentliche. Wenn ich heute in einen Club gehe läuft noch immer ein Großteil der Clubhits von damals ob nun Wumpscut, Covenant, Skinny Puppy oder Nine Inch Nails. Neue Musik ist meist rein elektronisch und klingt oft sehr gleich. Das schlimme ist, dass einige Bands nicht einmal den produktionstechnischen Level der genannten Bands erreichen und das obwohl einige Lieder schon rund 15 Jahre alt sind! Ferner finde ich dauerhaften Gesang durch einen Verzerrer höchst unkreativ und auch die Entwicklung das z.Z. viele Bands mit vulgären und peinlichen Texten Clubeinsätze verzeichnen, wertet die gesamte Szene ab. Anyway, durch diese Entwicklung fehlt Gitarren- oder ruhigeren Bands die Club-Plattform um sich zu präsentieren! Ich finde diese Entwicklung sehr schade da, und das ist die positive Seite, dass sehr viel neue Gesichter in die Szene gekommen sind, diese aber kaum noch die Möglichkeit haben die musikalische Vielfalt der Szene so kennenzulernen wie wir das früher konnten! OG: Ich denke wenn ein Stück gut ist, wird es gespielt. "Wachkoma" ist bestimmt nicht der Clubhit den sich eine Szenegänger in einem Club vorstellen kann. Aber vielleicht gibt es irgendwo auf der Welt einen Club, in dem es gespielt wird - einfach weil es gut ist. NOYCE™ hat schon mit Grössen wie Camouflage oder VNV Nation die Bühne geteilt und wurde dabei frenetisch von den Zuschauern gefeiert. Wie sieht es in Bezug auf Liveauftritte bei euch aus? Gibt es schon konkrete Pläne was eine Support- oder Headliner-Tour angeht? FS: Nun Camouflage war ja noch zu Silence Gift Zeiten aber VNV Nation war ohne Zweifel eine grossartige Lebenserfahrung die wir nie vergessen werden! Wir arbeiten gerade daran das Thema NOYCE™ Live umzusetzen. Unsere Maxime war es von Anfang an, dass wenn wir das Abum machen, wir in jedem Segment das für uns Perfekte machen! Das beinhaltet natürlich auch die Vorbereitungen was Bühnengestaltung, Licht, Livesound etc. angeht! OG: Um es kurz zu machen! So bald alle Vorbereitungen abgeschlossen sind spielen wir live! FS: Danke! -lacht- Was macht für NOYCE™einen perfekten Auftritt aus? Was kann man von der Bühnengestaltung in diesem Technikzeitalter erwarten? OG: Wer uns vor vielen Jahren live gesehen hat, wird sich endlich daran erfreuen können, daß das, was optisch geboten wird, nun mit demselben Aufwand wie auf der musikalischen Seite betrieben wird. Von der Videoprojektion bis zum einfachen Blitzlicht im Nebel ist alles dabei. Außerdem werden wir wahrscheinlich nicht nur zu zweit auf der Bühne stehen. Was live gespielt werden kann, wird auch live gespielt. Im Moment kämpfen wir noch mit der technischen Umsetzung, aber sobald wir das im Griff haben geht's los. Was ist euch bei Konzerten am wichtigsten und was war das schönste/peinlichste Erlebnis auf der Bühne? FS: Hmmm das schönste war sicher der Tourabschluss Gig in Kaiserslautern auf der VNV Nation Tour als wir mit Ronan und Mark zusammen „Solitary“ zum Besten gegeben haben. Am peinlichsten war ohne Zweifel der Auftritt beim Black Easter Festival in Beligien 99. Der Mensch am Pult hat nicht gerafft, dass wir unsere Effekte selber auf der Bühne mixen was zur Folge hatte dass auf der Bühne der Sound über die Monitore für uns perfekt war, nur bei dem was vor der Bühne fürs Publikum aus den Boxen kam, kam der Gesang ca. eine halbe Sekunde zu spät! Mich wundert heute noch dass einige wenige das gut fanden! Der Grossteil hat mich aber sehr „strange“ angesehen und sich sicher gefragt was für eine Art von Drogen ich geschmissen hatte! Was wünscht ihr euch persönlich für die Zukunft von NOYCE™? FS: Zur Zeit werden wir von der Resonanz förmlich überrollt besonders davon wie viele Menschen sich noch an uns erinnern! Auch was Clubeinsätze und Presse angeht. Ich denke wir sind auf dem richtigen absolut richtigen Weg und geniessen das jetzt einfach mal! OG:Das wir niemals vergessen, warum wir diese Band gegründet haben: Einfach um Musik zu machen die uns gefällt! Vielen Dank für das sehr interessante und aufschlussreiche Interview! Viel Glück mit dem grandiosen Comeback-Album „Coma“!
(Interview geführt von Andi) |
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