Sono

Hallo nach Hamburg! Wie geht’s euch nachdem euer neues Werk nun endlich in den Läden steht?

Danke, sehr gut! Es hat ja lange genug gedauert und daher ist es ein gutes Gefühl, jetzt los lassen zu können.

Das neue Album war ja ansich schon seit längerer Zeit im Kasten. Wieso habt ihr „Off“ erst jetzt auf die Musikliebhaber losgelassen? Habt ihr noch viel an den Songs geändert in den letzten Jahren?

Ja und nein. Wir haben viele Songs gezwungenermaßen wieder aufbrechen müssen, weil die damalige Plattenfirma die Songs nicht veröffentlichen wollte, so wie sie waren. Und je länger sich dieser Prozess hinzog, um so mehr haben wir dann auch aus eigenem Interesse abgeändert, weil wir das Album so veröffentlichen wollten, wie wir es künstlerisch für richtig hielten.

„Off“ ist nun seit dem 14.Oktober erhältlich. Wie sind die Resonanzen von Fan und Medien bis dato? Seit ihr zufrieden mit dem bisherigen Feedback?

In der Tat, das sind wir. Wir haben jetzt gerade auch eine Support Tour mit Apoptygma Berzerk gespielt und da endlich auch mal wieder sehr viel direkten Kontakt zu Fans bekommen. Und da wurde das Album sehr positiv aufgenommen. Aber auch auf unserer Homepage sehen wir immer wieder die Unterstützung durch die Leute, die in unser Gästebuch schreiben.

Euer letztes Werk „Solid State“ stiess durchwegs auf sehr positive Resonanzen. Wie kam es dazu, dass ihr nicht mehr beim Major Polydor seid, sondern das neue Album bei Pias erscheint?

Nun ja, das ist eine längere Geschichte. Kurz gefasst sieht sie so aus, dass die Polydor, die es ja inzwischen auch nicht mehr gibt (!), sich nicht darauf einigen konnte, wie das Album klingen sollte. Und so wurden wir viel rumgereicht. Wir wollten dann lieber zu einem Label, dass an den langfristigen Erfolg eines Künstlers glaubt und uns machen lässt. Und die PIAS haben das Album auch so wie es war abgenommen!

Als erfolgreiche Band kann man sicherlich aus mehreren Angeboten schöpfen was ein neues Zuhause angeht. Welche Kriterien waren für eure Entscheidung massgeblich und wieso habt ihr euch für Pias entschieden?

Zum Teil ist die Frage schon beantwortet, zum anderen haben wir uns aber auch nach einem Artist Roaster gesehnt, mit dem wir uns identifizieren können und die auch Bands und DJs mit ähnlichen Ansätzen haben. Und auch dieses ist bei PIAS der Fall.

Euer Sound ist nicht so leicht zu beschreiben, da er so sehr abwechslungsreich ist und viel Stilübergreifendes mitsichbringt. Wie würdet ihr eure Musik beschreiben für Leute, die euch noch nicht kennen?

Ich denke, wir sind inzwischen bei Elektro Pop angekommen. Wir picken uns immer wieder die Rosinen aus einem Stil raus, seien es 303 Acid Lines oder Rock-Gitarren, und vermischen sie mit dem typischen Sono-Flächen und Gesang.

Ihr kommt alle drei aus unterschiedlichen Bereichen. Erschwert das die Zusammenarbeit im Studio bzw. generell an neuen Songs, da jeder seine eigene Vorstellung hat wie was klingen soll?

Nicht mehr. Wir hatten anfangs manchmal Probleme, weil wir alle drei den Song in eine unterschiedliche Richtung drücken wollten. Aber wenn ein Song stark genug ist, entscheidet der Song quasi, wo es hingeht. Das klingt sehr hochgestochen, aber man kann tatsächlich manchmal einfach entspannt zuhören und merkt beim arrangieren, ob etwas passt, oder nicht. Dass wir das aus unterschiedlichen Ecken kommen, erleichtert eher das arbeiten, weil jeder auf etwas zurückgreifen kann, was der andere vielleicht gerade nicht hätte umsetzen können.

Der neue Longplayer ist mehr als genial und sehr abwechslungsreich geworden, so bringt „Off“ viele Stile unter einen Hut und das in Perfektion. Auf welche Songs seid ihr besonders stolz und wie schwierig war es die richtigen Tracks für das Album auszuwählen?

Vielen Dank erstmal! Die endgültige Songauswahl war schnell gefunden, weil wir alle drei ein Album machen wollten, was man ohne Pause durchhören kann. Und da ergab sich die Songauswahl sehr schnell, weil wir alle einen ähnlichen Spannungsbogen gefunden hatten. Ich denke, dass wir alle drei auf die Single „A New Cage“ stolz sind, aber auch auf Songs wie „Whatever“ oder „Heroes“. Es sind immer die unterschiedlichen Facetten des Albums, die uns stolz machen, oder einfach das Gefühl geben, etwas gemacht zu haben, was wir uns in ein paar Jahren auch noch anhören wollen.

Liegt dem neuen Werk ein Konzept zugrunde was Musik und Texte angeht? Nachdem man euch auf dem Albumcover auf einem Tisch schlafend abgebildet sieht, ist ein gewisser Interpretationsspielraum vorhanden - für was steht der Albumtitel „Off“?

Nun ja, wir waren so lange im Off, dass wir den Titel immer passender fanden, je länger sich die Veröffentlichung hinzog. Und als wir die Fotos ausgesucht haben und an den Albumtitel gedacht haben, war das in unseren Augen sehr konsequent. Wir waren im Off. Das kann man sehen und hören. Zum Teil hat uns das natürlich auch gut getan, denn so hatten wir gar keine andere Wahl, als zu wachsen. Aber Off ist kein Konzept-Album.

Mit der Vorab-Maxi „New Cage“ habt ihr euch nach längerer Pause sehr eindrucksvoll zurückgemeldet. „New Cage“ bietet alles was der Hörer braucht, schöne Melodien und Atmosphäre, ein toller Groove und ein eingängiger Refrain. Der Song hat absolutes Hitpotential. Wieso fiel die Entscheidung genau auf diesen Track und unter welchen Gesichtspunkten habt ihr die Remixer ausgewählt? Wird es denn eine weitere Singleauskopplung geben?

Danke für das nächste Lob. Schon beim Produzieren war uns allen klar, dass genau aus den Gründen, die du schon geschrieben hast, „A New Cage“ die Single sein soll. Die Remixer haben wir uns ausgesucht, weil wir immer Remixe von Leuten haben wollen, die wir verstehen und mögen, oder die uns auch verstehen. Und da war die Wahl mit Justus Köhncke und Digitalism recht gut, denke ich. Denn so haben wir auch wieder was für den Clubgänger, was wir selber ja auch sind. Und ja, es wird noch eine weitere Single geben. Aber da lassen wir euch noch ein bisschen zappeln.

Das Können von Sono hat sich rumgesprochen und der gute Ruf hat schon weite Kreise gezogen. So gaben bereits namenhafte Acts wie Fisherspooner, Rammstein und Timo Maas Remixarbeiten in Auftrag. Sono ist heissbegehrt Wie steht ihr Remixes gegenüber? Was haltet ihr davon und welchen Stellenwert räumt ihr diesen ein?

Ein Remix ist bei SONO immer eine Neu-Interpretation. Und so lassen Martin und Florian, die für die Remixe verantwortlich sind, meistens fast alles ausser den Vocals weg, und komponieren und arrangieren neu. Und so klingen die Remixe immer anders als das Orignial. Was ja eigentlich auch Sinn und Zweck eines Remixes ist. Und gerade für DJs sind Remixe immer noch wichtige Tools. Wenn man sich unsere aktuelle Single anhört, ist sie im Original einfach zu langsam für die meisten DJs. Dafür können sie sich aber zwei Remixe aussuchen, die sie spielen können.

Im November wird es euch live zu sehen geben, denn vor Kurzem wurde bekannt gegeben, dass ihr Apoptygma Berzerk auf deren Tour supporten werdet. Wie kam es dazu und welche Erwartungshaltung habt ihr?

Wir wurden tatsächlich angerufen und gefragt, ob wir Interesse hätten. Wir haben dann ungefähr einen Atemzug lang überlegt und zugesagt. Die Band hat uns dann erzählt, dass sie uns unter Anderem haben wollten, weil wir auch Humor bewiesen haben – sie haben sich unsere Videos auf der Homepage angekuckt...Wir hatten einfach gehofft, den Apop Fans unsere Songs vorstellen zu können, haben aber viel mehr als das bekommen. Unter anderem neue Freunde in Norwegen!

Wie kann man sich einen Sono-Gig vorstellen? Was werdet ihr den Konzertgängern bieten was Bühnen-, Lichtshow und Songauswahl angeht?

Bei unserer eigenen Tour wollen wir Licht- und Visualtechnisch gerne noch ein paar Dinge fertig bekommen, die wir zur Support Tour nicht mehr geschafft haben. Aber es wird auf jeden Fall einen ausgewogenen Mix aus beiden Alben geben, mit viel Elektronik-Gefrickel und eben Live Musik von Sono!

Was können wir von euch in der Zukunft erwarten? Welche Pläne habt ihr mit Sono und wo würdet ihr euch am liebsten in 5 Jahren sehen?

Das ist eine sehr schwierige Frage, vor allem in Bezug auf dieses sich stetig ändernde Geschäft. Aber in fünf Jahren wollen wir auf jeden Fall auf mindestens 3 weitere Platten zurückblicken und eine feste Größe in der Musiklandschaft sein. Und das auch als Live Band.

Vielen Dank fürs das sehr interessante Interview und viel Erfolg mit dem genialen Album „Off“! Die letzten Worte gehören euch...:

Wir möchten uns bei allen für den entgegengebrachten Support bedanken, der uns über die Jahre am Leben gehalten hat. Besonders bei den Fans, die zu uns gehalten haben. Wir sind wieder am Start und jetzt geht es erst los. Wir sehen uns im Club und auf unserer Homepage www.sono.fm, wo ihr immer alle Daten und Fakten bekommt, die Sono betreffen!



Homepage Band: Sono
Homepage Label: PIAS

(Interview geführt von Andi)

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